4. Sinfoniekonzert
Böhmische Fabeln und Fanfaren
gespielte Werke
Antonín Dvořák
- Klavierkonzert g-Moll op. 33
- »Holoubek« (»Die Waldtaube«) op. 110
Leoš Janáček
- Sinfonietta
Mitwirkende
- Petr Popelka Dirigent
- Mao Fujita Klavier
Ein Programm ganz im Zeichen tschechischer Musik: Antonín Dvořáks selten gespieltes Klavierkonzert verbindet sinfonische Weite mit virtuoser Brillanz. Mit der Sinfonischen Dichtung »Die Waldtaube« tritt eine düstere Ballade aus den späten Jahren des Komponisten hinzu: eine musikalische Erzählung von Schuld und Vergeltung. Den Abschluss bildet Leoš Janáčeks »Sinfonietta«, geprägt von strahlender Energie und festlicher Klangpracht. Am Pult steht Petr Popelka, einer der profiliertesten Dirigenten seiner Generation und ein Musiker mit besonderem Dresden-Bezug: Bevor seine gefeierte Dirigenten-Karriere begann, musizierte Popelka mehrere Jahre lang als Kontrabassist in der Sächsischen Staatskapelle.
Leoš Janáček:
Sinfonietta»Ich erlebe Janáčeks Sinfonietta jedes Mal als ein Werk voller körperlicher Spannung und unmittelbarer Energie. Besonders hervorzuheben ist die riesige Blechbläserbesetzung, die mit festlichen Fanfaren den Rahmen bildet. Es ist eine emotionale Reise zwischen Verletzlichkeit und Überwältigung; nach dem Finale jedoch sprüht sie vor Optimismus und Zuversicht.«
Simon Etzold
Solo-Schlagzeuger
Petr Popelka
Für seinen fesselnden, authentischen und inklusiven Zugang zum Dirigieren gefeiert, ist Petr Popelka seit der Saison 2024/2025 Chefdirigent der Wiener Symphoniker. Der Tscheche ist außerdem Chefdirigent und Künstlerischer Leiter des Radio-Symphonieorchesters Prag. Zum Amtsantritt in Wien dirigierte er Arnold Schönbergs monumentale »Gurre-Lieder« am 150. Geburtstag des Komponisten im Wiener Musikverein, dem Ort der Uraufführung. Später in der Saison folgen gemeinsame Tourneen in Europa und Asien. Unter dem Namen »Primavera da Vienna« rufen Petr Popelka und die Wiener Symphoniker ab 2025 zudem ein neues Osterfestival in Triest ins Leben.
Weitere Höhepunkte der Saison sind Debüts mit dem Tonhalleorchester Zürich und dem NHK Symphony Orchestra sowie zahlreiche Wiedereinladungen zu herausragenden Orchestern europaweit. Außerdem leitete Petr Popelka 2024 zwei prestigeträchtige Fernsehkonzerte: das Konzert der Tschechischen Philharmonie zur Samtenen Revolution und das Nobelpreiskonzert mit dem Royal Stockholm Philharmonic Orchestra. Als Kurator der Tschechischen Kammermusikgesellschaft ist er in dieser Saison auch als Komponist, Kontrabassist und Pianist in Prag zu erleben. Er ist außerdem ein gefeierter Operndirigent und wird mit dem Radio-Symphonieorchester Prag seine auf drei Saisons angelegte konzertante Aufführung von Wagners »Tristan und Isolde« mit dem dritten Akt abschließen, ehe er das gesamte Werk an der Deutschen Oper Berlin leitet.
Frühere Debüts führten ihn unter anderem zum Chicago Symphony Orchestra, dem Cleveland Orchestra, dem Pittsburgh Symphony Orchestra, dem Swedish Radio Symphony Orchestra und dem Orchestre National du Capitole de Toulouse. Er gastierte außerdem am Opernhaus Zürich (Mozarts »Don Giovanni«), an der Semperoper Dresden (Schostakowitschs »Die Nase«), am Theater an der Wien (Weinbergers »Schwanda, der Dudelsackpfeifer«) und an der Osloer Oper (Strauss’ »Elektra«).
In der Saison 2019/2020 begann Petr Popelka seine Dirigierkarriere als erster Conductor Fellow des NDR Elbphilharmonie Orchesters, nachdem er von 2010 bis 2019 als stellvertretender Solokontrabassist Mitglied der Sächsischen Staatskapelle Dresden war. Wenig später wurde er Chefdirigent des Norwegischen Rundfunkorchesters in Oslo (2020–2023). Er erhielt seine musikalische Ausbildung in seiner Heimatstadt Prag und in Freiburg.
Mao Fujita
Mit seiner angeborenen musikalischen Sensibilität und seiner natürlichen Kunstfertigkeit hat der Pianist Mao Fujita bereits viele führende Musiker als eines dieser seltenen Ausnahmetalente beeindruckt, das sich in Mozart ebenso zu Hause fühlt wie im großen romantischen Repertoire. Anlässlich seines US-Debüts in der Carnegie Hall im Januar 2023 schrieb die New York Times: "Sobald seine Finger die
Tasten berührten, tauchten Wellen von luftigem Filigran, schön geformt und vollendet, in fast ununterbrochenen Strömen auf.”
Der in Tokio geborene Mao Fujita studierte noch am Tokyo College of Music, als er 2017 beim renommierten Concours International de Piano Clara Haskil in der Schweiz den Ersten Preis sowie den Publikumspreis, den Prix Modern Times und den Prix Coup de Coeur gewann, was ihn erstmals ins Blickfeld der internationalen Musikwelt brachte. Er war zudem Gewinner der Silbermedaille beim Tschaikowsky-Wettbewerb 2019 in Moskau, wo sein besonderes Klavierspiel von der Jury aus führenden Musikern besonders gewürdigt wurde.
In der Saison 2025/26 setzt Fujita seine beeindruckende Reihe von Auftritten bei führenden Festivals und Konzerthäusern in Europa, Amerika und Asien fort, darunter die Salzburger Festspiele, Wien, Paris, Rom, Luxemburg, Hamburg, Dortmund, Gstaad, Warschau, Teneriffa, Lissabon, Kopenhagen, Lyon und Aix-en-Provence. Zudem geht er auf eine Rezitaltournee durch Nordamerika mit Konzerten in New York, Cleveland, Boston, Minnesota, San Francisco, Vancouver und San Diego. Weitere Höhepunkte der Saison sind Tourneen durch Asien und Europa mit der Filarmonica della Scala (Chung), der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen (Järvi), dem Orchestre Philharmonique de Radio France (van Zweden) und dem Royal Philharmonic Orchestra (V. Petrenko).
Darüber hinaus gibt er Debüts mit dem Boston Symphony Orchestra, dem Toronto Symphony Orchestra, dem KBS Symphony Orchestra, dem Oslo Philharmonic Orchestra, dem Danish National Symphony Orchestra sowie dem Orchestre de Chambre de Lausanne. Wiedereinladungen führen ihn zum Tschechischen Philharmonischen Orchester, zum Gewandhausorchester Leipzig, zu den Wiener Symphonikern, dem Deutschen Symphonie-Orchester Berlin, dem Orchestre National du Capitole de Toulouse und dem Orchestra Sinfonica Nazionale della RAI.

