10. Sinfoniekonzert
Die Macht des Schicksals
gespielte Werke
Giuseppe Verdi
- Ouvertüre zur Oper »La forza del destino«
Sergej Rachmaninow
- Rhapsodie über ein Thema von Paganini op. 43
Pjotr Tschaikowsky
- Sinfonie Nr. 4 f-Moll op. 36
Mitwirkende
- Nathalie Stutzmann Dirigentin
- Seong-Jin Cho Klavier
Nathalie Stutzmann gehört zu den markanten Musikerpersönlichkeiten unserer Zeit. Internationale Bekanntheit erlangte sie zunächst als Altistin, bevor sie sich dem Dirigieren zuwandte. Das Programm des Abends kreist um das Motiv des Schicksals: Giuseppe Verdis Ouvertüre zu »La forza del destino« eröffnet mit dramatischer Wucht. Sergej Rachmaninows »Rhapsodie über ein Thema von Paganini« entfaltet ein virtuoses Spiel aus Variationen, dessen berühmte 18. Variation zu den innigsten Eingebungen des Komponisten zählt. Den Abschluss bildet Pjotr Tschaikowskys Vierte: Persönliche Konflikte und existenzielle Unruhe treiben das Werk voran und verleihen ihm eine dramatische, oft unerbittliche Spannung.
Sergej Rachmaninow:
Rhapsodie über ein Thema von Paganini»Für mich ist es immer etwas besonderes, wenn das von uns gespielte Werk auch in Dresden entstanden ist. Rachmaninow lebte hier von 1906 bis 1909 mit seiner Frau und seinen Töchtern in einer Mietwohnung in der Südstadt. Die Flucht vor politischen Geschehnissen in Russland und die durch seine wohl missglückte Erste Sinfonie ausgelöste Schaffenskrise führten zu diesem Ortswechsel. Besonders im dritten Satz empfinde ich, dass Rachmaninow die unglaubliche Wärme und Großzügigkeit entwickelt, die wir auch von seinem Zweiten Klavierkonzert kennen. Er hat in Dresden wohl eindeutig wieder zu
sich gefunden und neues Selbstvertrauen getankt.«Lukas Stepp
Konzertmeister der 2. Violinen
Nathalie Stutzmann
Nathalie Stutzmann studierte Gesang, Dirigieren, Fagott und Kammermusik an der École d’Art Lyrique de l’Opéra de Paris und bei Jorma Panula. Einer internationalen Karriere als Contraaltistin mit einem Schwerpunkt auf Konzert und Barockoper lässt sie eine ebenso internationale Karriere als Dirigentin folgen. Sie ist seit 2022 künstlerische Leiterin des Atlanta Symphony Orchestra und war 2021 bis 2024 Ständige Gastdirigentin des Philadelphia Orchestra. 2023 dirigierte sie erstmals an der Metropolitan Opera in New York (Don Giovanni und Die Zauberflöte). Für ihr Debüt bei den Bayreuther Festspielen mit Tannhäuser 2023 wurde sie 2024 mit einem Opera! Award als beste Dirigentin ausgezeichnet. Opernaufführungen leitete sie u. a. auch am Théâtre de la Monnaie in Brüssel, an der Opéra de Monte-Carlo, am Théâtre des Champs-Elysées in Paris und am Teatro Regio di Torino. Konzerte dirigierte sie u. a. mit dem New York Philharmonic und dem Boston Symphony Orchestra, dem BBC Symphony und dem London Symphony Orchestra, den Münchner Philharmonikern, den Bamberger Symphonikern, dem Orchestre de Paris, dem Tonhalle-Orchester Zürich, der Tschechischen Philharmonie Prag, dem Royal Concertgebouw Orchestra im Amsterdam und dem Philharmonischen Orchester Helsinki.
Seong-Jin Cho
Seong-Jin Cho hat sich weltweit als einer der führenden Pianisten seiner Generation etabliert und zählt zu den markantesten Künstlerpersönlichkeiten der heutigen Musikszene. Mit seiner natürlichen Musikalität und vollendeten Kunst vereint sein bedachtes und poetisches, virtuoses und farbiges Klavierspiel Lebendigkeit mit Feinheit, getragen von einem außergewöhnlich ausgeprägten Sinn für Balance. Er wird weltweit einhellig für seine Ausdruckskraft und interpretatorische Tiefe gefeiert.
Seong-Jin Cho erlangte 2015 internationale Aufmerksamkeit, als er den ersten Preis beim Internationalen Chopin-Wettbewerb in Warschau gewann, und seine Karriere entwickelte sich seither rasant. 2023 wurde er mit dem renommierten Samsung Ho-Am Prize in der Sparte Kunst ausgezeichnet, in Anerkennung seiner herausragenden Beiträge zur Welt der klassischen Musik. Als gefragter Künstler arbeitet Cho mit den bedeutendsten Orchestern der Welt zusammen, darunter die Berliner Philharmoniker, die Wiener Philharmoniker, das London Symphony Orchestra, das Concertgebouworkest und das Boston Symphony Orchestra. Zu den Dirigenten, mit denen er regelmäßig zusammenarbeitet, zählen Myung-Whun Chung, Gustavo Dudamel, Andris Nelsons, Yannick Nézet-Séguin, Gianandrea Noseda, Sir Antonio Pappano, Sir Simon Rattle, Santtu-Matias Rouvali, Esa-Pekka Salonen und Lahav Shani. In der Saison 2024/25 war Cho Artist-in-Residence bei den Berliner Philharmonikern.
In der Saison 2025/26 ist Seong-Jin Cho mit einem Artist Portrait beim London Symphony Orchestra zu erleben. In diesem Rahmen arbeitet er mit dem Orchester in mehreren Projekten zusammen, darunter Konzerte mit der Uraufführung eines neuen Klavierkonzerts von Donghoon Shin, das speziell für ihn geschrieben wurde. Darüber hinaus umfasst das Portrait Tourneen durch Europa sowie Kammermusik- und Rezitalauftritte im LSO St Luke’s. Weitere Höhepunkte der Saison sind Wiedereinladungen beim Pittsburgh Symphony Orchestra unter Manfred Honeck mit Konzerten in Pittsburgh und in der Carnegie Hall, beim Boston Symphony Orchestra mit Andris Nelsons sowie beim Los Angeles Philharmonic unter Gustavo Dudamel. Außerdem unternimmt Cho mehrere internationale Tourneen, darunter mit der Tschechischen Philharmonie unter Semyon Bychkov in Taiwan und Japan sowie mit den Münchner Philharmonikern unter Lahav Shani in Korea, Japan und Taiwan. Mit dem Gewandhausorchester Leipzig und Andris Nelsons ist er im Herbst 2025 auf Europa-Tournee zu erleben.
Mit seinen Solo-Rezitalen ist Cho weltweit gefragt und tritt in den renommiertesten Konzertsälen auf, darunter im Concertgebouw Amsterdam, im Wiener Musikverein, in der Alten Oper Frankfurt, im KKL Luzern, in der Sala Santa Cecilia, im Théâtre des Champs-Élysées, im Rudolfinum, in der Suntory Hall Tokio, beim Festival International de Piano de La Roque d’Anthéron, in der Carnegie Hall sowie beim Verbier Festival. In der Saison 2025/26 ist er erneut in Rezitalen im Concertgebouw Amsterdam, im Wiener Musikverein, in der Philharmonie Essen, bei den Dresdner Musikfestspielen, in der Carnegie Hall, der Walt Disney Concert Hall Los Angeles, dem Théâtre des Champs-Élysées sowie beim Tanglewood Music Festival und auf Japan-Tournee zu erleben.
Seit Anfang 2016 ist Cho Exklusivkünstler bei der Deutsche Grammophon und blickt seitdem auf eine Vielzahl an erfolgreichen Veröffentlichungen zurück. Chos aktuelles Album bei Deutsche Grammophon ist Ravels 150. Geburtstag gewidmet und umfasst das gesamte Klavierwerk sowie die Klavierkonzerte, eingespielt mit dem Boston Symphony Orchestra und Andris Nelsons. Das Projekt markiert Chos erste vollständige Auseinandersetzung mit dem OEuvre eines einzelnen Komponisten. Die Solo-Klavierwerke wurden 2025 mit dem Opus Klassik in der Kategorie „Instrumentalist des Jahres“ ausgezeichnet.
Seong-Jin Cho wurde 1994 in Seoul geboren, begann im Alter von sechs Jahren mit dem Klavierspiel und gab mit elf Jahren sein erstes öffentliches Rezital. 2009 wurde er mit dem Gewinn des Hamamatsu International Piano Competition in Japan der jüngste Preisträger in der Geschichte des Wettbewerbs. 2011 gewann er im Alter von 17 Jahren den Dritten Preis beim Internationalen Tschaikowsky-Wettbewerb in Moskau. Von 2012 bis 2015 studierte er bei Michel Béroff am Conservatoire National Supérieur de Musique et de Danse de Paris. Heute lebt Cho in Berlin.

